Die Burgkapelle St. Elisabeth ist in den schmalen Raum
zwischen Fürstenbau und Dürnitzstock eingefügt. Sie steht
in direktem räumlichen Zusammenhang zu den herzoglichen
Gemächern im Palas, von wo aus der unmittelbare
Zugang auf die Fürstenempore führt. Auf der Empore nahmen
die Mitglieder der fürstlichen Familie am Gottesdienst
teil. Das Kirchenschiff war für das Gefolge bestimmt, das
durch das Portal vom Burghof aus eingelassen wurde. Die Stifter der Kapelle waren Herzog Heinrich XIII. und
seine Gemahlin Elisabeth. Sie wurde der hl. Elisabeth von
Thüringen geweiht, der 1235 heilig gesprochenen Tante
der Herzogin.
Das heutige Erscheinungsbild des ursprünglich flach gedeckten und sehr wahrscheinlich ausgemalten Langhauses bestimmt vor allem das spätgotische Netzgewölbe aus der Zeit Georgs des Reichen. Die Wände des Chors schmücken Wandgemälde aus der Zeit um 1400; ferner sind Reste einer Bemalung aus dem späten 16. Jahrhundert zu erkennen.
Der spätgotische Flügelaltar der Kapelle stammt aus der Filialkirche
in Surheim bei Laufen an der Salzach und wurde 1856
aufgestellt; der ursprüngliche Altar war schon 1778 nicht mehr
vorhanden.
Der Altar zeigt im geöffneten Zustand plastische Bildwerke der Salzburger Schule um 1524: im Mittelschrein die Figuren des hl. Dionysius zwischen Anna Selbdritt und der hl. Barbara, auf den Flügelinnenseiten Reliefs der Heiligen Erasmus, Philippus, Achatius und Andreas, im Gehäuse der Predella das Relief der Beweinung Christi, auf den Flügeln die Heiligen Margarethe und Katharina. Im geschlossenen Zustand zeigt der Altar gemalte Darstellungen; diese werden Gordian Guckh zugeschrieben, einem von 1513 bis 1540 in Laufen an der Salzach nachweisbaren Meister.
360 Grad-Panorama-Aufnahmen von der St. Elisabeth Kapelle